Bad Sulza, 25. November 2025 (tpr) – Frost, Heizungsluft, erkältete Kollegen und Sitznachbarn: Winter bedeutet Stress für die Atemwege. Spezialisierte Heilbäder und Kurorte in Thüringen versprechen eine Verschnaufpause. Mit sanften, naturnahen Angeboten helfen sie beim Gesundbleiben und Regenerieren. Das Spektrum reicht vom Spaziergang im Gradierwerk bis zur mehrwöchigen Kur. Einige Kosten übernehmen die Krankenkassen. Ein Gesundheitstipp für kalte Tage.
Gradierwerke: Spazieren und Atmen
Weiße Kutten wie Ordensgewänder tragen die Menschen, die mit meditativer Ruhe die langen Gänge entlangschreiten. Neben ihnen tröpfelt Wasser über eine Wand aus salzverkrusteten Schwarzdornzweigen. Es riecht nach Meer – mit leichten Noten von Erde und Holz. Gradierwerke, wie in Bad Salzungen, dienten ursprünglich der Salzgewinnung. Schon seit dem 19. Jahrhundert werden die Einrichtungen auch für Therapie und Prophylaxe genutzt. „In der kühlen, klaren und an den Reisigwänden leicht befeuchteten Winterluft breiten sich die salzhaltigen Aerosole gleichmäßig aus“, erklärt Nancy Bojens von der Solewelt Bad Salzungen. Die mineraliengetränkte Luft befeuchtet die Schleimhäute und regt die Durchblutung an. Verstärkt wird dieser Effekt bei Wechselanwendungen zwischen Freiluft-, Brunnenhallen- und Rauminhalationen, wie sie in Bad Salzungen ganzjährig möglich sind.
„Durch Inhalation der salzhaltigen Luft, wie es in den Gradierwerken geschieht, können Atemwegserkrankungen wie Asthma und chronische Bronchitis gelindert werden“, erklärt Badearzt Dr. Matthias Starrach, der seit vielen Jahren Kurgäste im etwa 100 Kilometer entfernten Bad Sulza behandelt. Hier steht das Gradierwerk „Louise“. Das Herzstück des im 18. Jahrhundert errichteten Bauwerks ist der Solebrunnen in der Zerstäuberhalle. Besonders fein ist der Solenebel, der hier versprüht wird und seine Wirkung bis tief in die Atemwege entfaltet.
Eine intensive, ärztlich begleitete Linderung von Atemwegsbeschwerden bei Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist die von Kurarzt Dr. André Haas in Thüringen entwickelte Pneumokur: Während der dreiwöchigen ambulanten Kur werden durch Inhalationen im Gradierwerk sowie Gymnastik und das Erlernen von Atemtechniken Körper und Lunge gestärkt. Einen Teil der Kosten übernehmen die Krankenkassen. Angeboten wird das Heilverfahren in Bad Salzungen und im Thüringer Luftkurort Neustadt/Harz.
www.gradierwerk-badsalzungen.de
www.bad-sulza.info
www.pneumokur.de
Salzgrotten: Salz und Stille
Eine ruhige, fast sakrale Atmosphäre herrscht auch in den Salzgrotten. Das Licht ist gedämpft und hinterleuchtete Wände aus Salzblöcken schimmern in warmen Farben. Leise Entspannungsmusik begleitet die Auszeit. Salzgrotten sind im Winter eine gute Alternative zum Gradierwerk – unabhängig vom Wetter und mit einem kontrollierten, ganzjährig konstanten Mikroklima. Die Salzluft entsteht hier nicht durch Verdunstung, sondern durch Zerstäubung. Dem so entstehenden trockenen Salzaerosol wird eine antibakterielle, entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben und kann tiefer in die Bronchien eindringen. Die Indikationen sind ähnlich wie bei Gradierwerken und umfassen eine Vielzahl von Atemwegsbeschwerden. Zusätzlich werden die Salzräume auch gern für den Stressabbau oder zur Linderung von Hauterkrankungen wie Neurodermitis genutzt.
Zu den bekanntesten Salzgrotten in Thüringen gehört jene in der Ardesia-Therme in Bad Lobenstein. Besucher erwartet hier eine stimmungsvolle Grotte aus echtem Himalaya-Salz. Auch die Totes-Meer-Salzgrotten im Kurhaus Bad Liebenstein und in der Solewelt Bad Salzungen laden zu einer wohltuenden Auszeit ein.
www.ardesia-therme.de
www.kurhaus-badliebenstein.de
www.solewelt.de
Thermalbäder: Wärme, Wasser, Wohlgefühl
Schweben in körperwarmem Salzwasser, umspielt von Licht und Musik: Das erleben die Gäste der Toskana Therme Bad Sulza. Markenzeichen des Bades ist das einzigartige Liquid Sound®-Konzept. Unterwasserlautsprecher vermitteln Besuchern das Gefühl, in flüssigem Klang zu schweben. Gedämpftes Licht und sphärische Projektionen beruhigen den Geist. Auch die Thermalbäder nutzen die Heilkraft der Sole. Zur Wirkung der salzhaltigen Luft kommt hier noch der Entspannungseffekt durch die Wärme auf Muskeln und Gelenke. Regelmäßige Anwendungen gelten als förderlich für die körpereigene Immunabwehr.
Der Reichtum natürlicher Solevorkommen in Thüringen hat dem Freistaat eine Vielzahl exzellenter Thermen- und Heilbäder beschert. Auch die Eichsfeld-Therme in Heilbad Heiligenstadt, das Tabbs Sport- und Gesundheitsbad in Bad Tabarz, die Kristall Therme Bad Klosterlausnitz und die Solewelt Bad Salzungen verwöhnen ihre Gäste mit warmen Solebädern – besonders im Winter.
Besondere Winterangebote hält die Friederiken Therme in Bad Langensalza von Januar bis März bereit. Die Arrangements „Winter Glow“ und „Winter Flow“ versprechen zusätzliche Entspannung mit Yoga-Sequenzen, Teezeremonien, Massagen, Saunabesuch und saisonaler Winterküche im Thermen-Restaurant Heimatliebe. An jedem ersten Freitag des Monats finden zudem die Saunanächte mit exklusiven themenbezogenen Aufgüssen statt.
www.natur-kur-thueringen.de/thermalbäder
www.friederikentherme.de
Heilklima: Frische Luft, klarer Kopf
Thüringen gehört zu den waldreichsten Bundesländern. 33 Prozent der Landesfläche sind Wald, das hat dem Freistaat schon im 19. Jahrhundert den Beinamen „Grünes Herz Deutschlands“ eingebracht. Seit dieser Zeit wird die gute Luftqualität in den waldreichen Landstrichen therapeutisch genutzt. In den Mittelgebirgsregionen rund um die Heilklimatischen Kurorte Friedrichroda, Finsterbergen, Masserberg, Neustadt/Harz und den Luftkurort Stützerbach finden sich ideale Bedingungen zum aktiven Aufatmen. Die Kurorte bieten spezielle Wanderungen und leichte Trainingsprogramme an, die auf Menschen mit empfindlichen Atemwegen abgestimmt sind. So wird jeder Schritt zur kleinen Atemübung.
Und selbst tief unter der Erde können Gäste in Thüringen aufatmen. In den Saalfelder Feengrotten befindet sich der älteste Heilstollen Deutschlands. Hier herrscht ein einzigartiges Mikroklima: konstant kühl, nahezu staub- und allergenfrei sowie reich an Luftfeuchtigkeit. Eine aktuelle Studie des Deutschen Heilstollenverbandes und der Justus-Liebig-Universität Gießen hat die positive Wirkung einer Speläotherapie – also Höhlentherapie – im Heilstollen sogar wissenschaftlich bestätigt, insbesondere für Menschen mit Asthma, chronischer Bronchitis oder wiederkehrenden Atemwegsinfekten. Empfohlen werden ein bis zwei Heilstollen-Inhalationen pro Tag über drei Wochen hinweg. Interessierten erstellt Saalfelds Badeärztin Dr. Franziska Wahl vorab einen individuellen Kurplan für die Inhalation.
www.natur-kur-thueringen.de/heilbaeder_kurorte
www.feengrotten.de
Eine Übersicht über die Kurorte in Thüringen hält der Thüringer Heilbäderverband auf seiner Website unter www.natur-kur-thueringen.de bereit. Hier ist auch die kostenfreie Broschüre „Heilbäder und Kurorte in Thüringen“ erhältlich, die einen Überblick über Heilverfahren bei Atemwegserkrankungen bietet. ■
Bildarchiv zum Thema unter:
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Über den Thüringer Heilbäderverband e.V.
Der im Jahr 1991 gegründete Thüringer Heilbäderverband e.V. (THBV) ist die landesweite Interessenvertretung der 18 prädikatisierten Heilbäder und Kurorte in Thüringen. Seine Aufgabe ist es, seine Mitglieder gesellschafts-, sozial- und wirtschaftspolitisch zu unterstützen und für Gesundheitstourismus und Kuren in Thüringen zu werben. Die Orte müssen laut Thüringer Kurortgesetz natürliche Heilmittel wie Sole, Heilwasser, Moor oder heilendes Klima aufweisen, anerkannte Heilverfahren wie die Kneipptherapie anwenden und einen „artgemäßen Kurortcharakter“ nachweisen. Zu den Mitgliedern des THBV gehören Bad Berka, Bad Colberg, Bad Frankenhausen, Bad Klosterlausnitz, Bad Langensalza, Bad Liebenstein, Bad Lobenstein, Bad Salzungen, Bad Sulza, Bad Tabarz, Bad Tennstedt, Finsterbergen, Friedrichroda, Heilbad Heiligenstadt, Masserberg, Neustadt/Harz, Saalfeld und Stützerbach.