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DEHOGA-Umfrage: Großteil der Gastrobetriebe in Sachsen sieht sich in prekärer Lage

Sächsische Hotels und Restaurants sind mit der Wiedereröffnung nicht aus der Gefahrenzone. Das zeigt eine aktuelle DEHOGA-Umfrage. Konjunkturpaket, Mehrwertsteuersenkung und eine neue Sachsen-Kampagne versprechen Entlastung.

Dresden, 19. Juni 2020 (tpr) – Eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) unter etwa 600 sächsischen Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben alarmiert: Die meisten Unternehmen geben an, unter den derzeitigen Einschränkungen nicht rentabel arbeiten zu können. Eine schnelle Umsetzung des Konjunkturpaketes auf Landesebene sei nun wichtig, um die befürchtete Welle der Insolvenzen abzuwenden, so der Verband auf einer Pressekonferenz am Freitag in Dresden.

Mit halber Kraft aus der Krise

Seit 15. Mai dürfen Gastronomiebetriebe, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen unter Auflagen wieder öffnen. Für eine Zwischenbilanz nach den ersten Wochen unter den aktuellen Bedingungen befragte der DEHOGA Ende Mai etwa 530 sächsische Gastronomie- sowie etwa 60 Beherbergungsbetriebe. Etwa 80 Prozent der Gastronomen geben an, unter den aktuellen Auflagen nicht wirtschaftlich arbeiten zu können. Im Durchschnitt können die Unternehmen derzeit nur etwas mehr als die Hälfte ihrer Kapazitäten nutzen. Für das laufende Jahr rechnen die Betriebe mit Umsatzeinbußen von 49 Prozent in der Gastronomie und 52 Prozent im Segment Beherbergung. Bei unveränderten Bedingungen sind pro Betrieb im Durchschnitt drei Arbeitsplätze bedroht.

„Die Umfrage zeigt, dass die Krise für die Branche mit der Wiedereröffnung nicht vorbei ist“, sagt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Sachsen. „Zahlreichen Betrieben gelingt es aktuell nicht, ihre Kosten zu decken, geschweige denn, das entstandene Defizit abzutragen.“ Das Konjunkturpaket der Bundesregierung könnte der ersehnte Rettungsanker sein – vorausgesetzt, dass es auf Landesebene zügig umgesetzt wird.

Mehrwertsteuersenkung hilft Gastronomen

Auch die anstehende Mehrwertsteuersenkung bedeutet einen Hoffnungsschimmer für die Branche. Ende April hatte sich die Koalition auf eine einjährige Mehrwertsteuerreduzierung für Speisen in der Gastronomie verständigt. Vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 gilt dafür der ermäßigte Mehrwertsteuersatz. Am 3. Juni kam der Beschluss des Koalitionsausschusses auf die allgemeine, temporäre Senkung der Mehrwertsteuer hinzu. Damit entfallen auf Speisen in der Gastronomie ab Juli bis Jahresende fünf statt 19 Prozent Mehrwertsteuer. Von 1. Januar bis 30. Juni 2021 sind es sieben Prozent.

„Die deutliche Mehrwertsteuerentlastung gibt Gastronomen die Möglichkeit, den Umsatzausfall im ersten Halbjahr und die derzeit durch die Auflagen eingeschränkte Rentabilität zumindest teilweise zu kompensieren“, so Klein. Ob die Unternehmer den Bonus nutzen, um ihre Liquidität zu verbessern oder die Steuersenkung in Form von Preisanpassungen an die Gäste weitergeben, sei jedoch deren individuelle Entscheidung. Der DEHOGA gebe dafür keine Empfehlung ab.

Neuausrichtung von lokalhelden-sachsen.de

Eine wichtige Aufgabe sieht der DEHOGA aktuell darin, potenziellen Gästen wieder Lust auf das Ausgehen zu machen. „Die Gastronomiebetriebe haben mit erheblichem Aufwand zuverlässige Hygienekonzepte entwickelt. Man kann wieder problemlos Essen gehen und sich so auch ein Stück Lebensqualität zurückholen“, sagt Klein. Wer jetzt wieder in sein Lieblingsrestaurant gehe, leiste einen Beitrag zu dessen Erhalt.

In der Krise zum Lieblingslokal halten: Dazu lädt auch das Portal „lokalhelden-sachsen.de“ ein. Zweck der vom DEHOGA Sachsen während der Schließzeit eingerichteten und vom Freistaat geförderten Plattform war es, über Restaurants mit Liefer- und Abholmöglichkeiten zu informieren. Zahlreiche sächsische Gastronomen konnten dadurch während des Shutdowns Einnahmen generieren.

Jetzt, da die Betriebe wieder geöffnet sind, richtet der Verband das Portal inhaltlich neu aus. Neuer Schwerpunkt ist die Interaktion zwischen Häusern und Gästen. Die Betriebe stellen sich in Text und Bild vor und informieren über aktuelle Angebote. Gäste stellen Fragen, geben Feedback und schlagen weitere Lokale vor. „Wichtig ist der aktive Austausch. Die Verbindung zum Lieblingslokal stärken, das bleibt das Hauptanliegen des Portals“, so Klein.

Die Plattform wird eingebunden in die neue Werbekampagne „Erlebe Dein Sachsen!“ der Tourismus-Marketing Gesellschaft Sachsen mbH (TMGS). Der Freistaat möchte für die Kampagne, die auf potenzielle Sachsenbesucher aus dem gesamten Bundesgebiet abzielt, insgesamt 900 000 Euro zur Verfügung stellen. „Wir werden alles daransetzen, möglichst schnell wieder viele Gäste für Sachsen zu gewinnen, um so die wirtschaftliche Situation der Tourismusbranche zu stärken“, sagte Veronika Hiebl, Geschäftsführerin der TMGS. ■