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Festung Königstein: Humboldt-Tagebuch nur noch wenige Tage zu sehen

In ihrer aktuellen Sonderausstellung zeigt die Festung Königstein originale handschriftliche Aufzeichnungen Alexander von Humboldts. Diese müssen bald wieder für mindestens vier Jahre ins Archiv. Nur noch vierzehn Tage lang sind sie zu sehen.

 

Das Tagebuch Alexander von Humboldts in der Ausstellung „Hohe Gäste auf Sachsens schönster Feste“ auf der Festung Königstein, Foto: Festung Königstein gGmbH

Königstein, 01. Juli 2020 (tpr) – In der Sonderausstellung „Hohe Gäste auf Sachsens schönster Feste“ widmet sich die Festung Königstein ihren prominentesten Besuchern des 18. und 19. Jahrhunderts. Einer davon war der Naturforscher und Weltreisende Alexander von Humboldt (1769-1859). Sein Tagebuch mit Informationen zu seinem Aufenthalt auf der damals noch streng bewachten Militäranlage ist Teil der Sonderausstellung. Bis zum 15. Juli ist es hier noch im Original zu sehen – als Leihgabe der Staatsbibliothek zu Berlin, einer Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

„Das Tagebuch ist eine der wertvollsten Leihgaben, die wir für diese Ausstellung beschaffen konnten, allerdings auch eine der sensibelsten“, sagt Kurator Andrej Pawluschkow. „Schriftstücke dieser Art halten einer dauerhaften Lichtbestrahlung nicht lange stand. Die Tinte würde verblassen.“ Um das Dokument für die Nachwelt zu erhalten, kann es daher nur kurze Zeit gezeigt werden. Danach muss es mindestens bis 2024 im Tresormagazin ruhen.

Der Besuch Humboldts ist im Eingangsjournal der Festung Königstein mit dem Datum 15. Juni 1797 vermerkt. Begleitet wurde der damals 27-Jährige von seinem älteren Bruder Wilhelm und dessen Familie. Anhand des Tagesbuchs ist bekannt, dass Humboldt Höhenmessungen auf dem Tafelberg durchführte. Mit einem Barometer ermittelte er zum Beispiel die Höhenlage der Bergfestung und die Tiefe des Festungsbrunnens. Dabei entdeckte er, dass frühere Messungen fehlerhaft waren.

Das in Leder gebundene und mit einem Messingverschluss versehene Tagebuch umfasst etwa einhundert Seiten, von denen eine Seite der Festung Königstein gewidmet ist. Besucher der Sonderausstellung können in dem hinter Glas aufgeschlagen Buch die Angaben Humboldts nachlesen.

Faksimile des Tagebuchs als Ersatz

Auch wenn das kostbare Dokument bald wieder weggeschlossen wird: Für die Sonderausstellung auf dem Königstein gibt es Ersatz. Der Dresdner Künstler Einhart Grotegut hat eine täuschend echte Kopie des historisch wertvollen Schriftstücks angefertigt, die dann an gleicher Stelle bis zum Ende der Schau zu sehen sein wird.

„Hohe Gäste auf Sachsens schönster Feste“ ist bis zum 22. November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Ausstellung beleuchtet anhand einer Vielzahl hochwertiger Gemälde, Dokumente und Objekte mit Bezug zu berühmten Persönlichkeiten die Anfänge des Fremdenverkehrs auf dem Königstein. Zu den prominentesten Gästen zählen Napoleon I., Zar Peter I., Kaiser Franz Joseph, Carl Gustav Carus und die Malerin Louise-Élisabeth Vigée-Lebrun. Ein Highlight der Ausstellung ist die verschollen geglaubte historische Personenwaage Augusts des Starken. Sie wurde im vergangenen Jahr wiedergefunden und restauriert. Zur Waage existiert eine Abschrift des Wiegebuchs, in dem die Gäste der sächsischen Kurfürsten und Könige mit ihrem Gewicht gelistet sind. ■

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Online-Pressebildarchiv Festung Königstein:
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Herausgeber:
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01824 Königstein
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Pressekontakt:
Anne Jungowitz
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Über die Festung Königstein:
Die Festung Königstein ist eine der interessantesten Bergfestungen in Europa und gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Sachsen. Eingebettet in die bizarre Felslandschaft des Elbsandsteingebirges thront weithin sichtbar die einst unbezwingbare Wehranlage 247 Meter über dem Elbtal. Das 9,5 Hektar große Felsplateau ist mit seinem einzigartigen Ensemble aus mehr als 50 imposanten Bauwerken verschiedener Epochen und seiner fast 800-jährigen, in verschiedenen Ausstellungen erzählten Geschichte ein Magnet für jährlich Hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt.