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Im Rollstuhl Deutschlands Genusswelt entdecken

Die Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen“ stellt kulinarische Reiseziele für Menschen mit und ohne Mobilitätseinschränkungen vor.

Vinothek Weinkammer in Maikammer an der Südlichen Weinstraße. Foto: JackSenn, Bildarchiv Südliche Weinstrasse e.V.

Erfurt, 6. November 2018 (tpr) – Restaurants mit Tischen, die nicht unterfahrbar sind, Delikatessenmärkte mit schmalen Gängen und hohen Theken: Auch wo es um kulinarische Erlebnisse geht, stoßen Menschen im Rollstuhl immer wieder auf Hürden, die von Menschen ohne Einschränkungen überhaupt nicht wahrgenommen werden. Doch einige Städte und Regionen sind mittlerweile sehr darauf bedacht, unnötige Barrieren aus dem Weg zu schaffen. Die Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen“ bringt diese zusammen und weist Feinschmeckern im Rollstuhl den Weg zu Orten in Deutschland, wo sich Genuss und Barrierefreiheit nicht ausschließen.

Weinreise, Wildwochen und Welt der Magie an der Südlichen Weinstraße

Ein Stück Toskana in Deutschland: An der Südlichen Weinstraße im Süden der Pfalz wachsen Weinreben, Feigen- und Mandelbäume. Auch Aprikosen, Zitronen und Kiwis können dank 1800 Sonnenstunden im Jahr geerntet werden. Verträumte Winzerdörfer machen das mediterrane Urlaubsbild komplett. Eines davon ist Maikammer an der Deutschen Weinstraße. Bei der dreieinhalbstündigen barrierefreien Gästeführung „Weinreise durch die Weinwelt von Maikammer“, die regelmäßig an Freitagen stattfindet, lernen Menschen mit und ohne Bewegungseinschränkungen den historischen Dorfkern, die Weingüter und die Vinothek Weinkammer kennen. Ausgesuchte Weine werden ausgeschenkt und regionale Spezialitäten gereicht.

In den Wintermonaten November und Dezember begrüßen Gastronomen an der Südlichen Weinstraße Gäste zu den „Wildwochen“. Köche zaubern Wildgerichte aus heimischer Jagd. Auch vier barrierefrei zugängliche Restaurants nehmen teil. Der Palais des Étoiles in Landau in der Pfalz entführt Besucher ab 15. November in eine Welt der Magie, Akrobatik und Kulinarik. Der Showpalast mit seiner modernen Architektur und dem Glasdach mit Blick in den Sternenhimmel ist für Rollifahrer zugänglich.

Teetied und fangfrischer Fisch in Ostfriesland

Was den Pfälzern der Wein, ist den Ostfriesen der Tee. Mit 300 Litern im Jahr pro Person sind sie Weltmeister im Teetrinken. Die Teekultur ist 300 Jahre alt und gehört seit 2017 zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Eine „Teetied“, die Teezeit mit einem weißen Stück Kandiszucker und einer Sahnewolke, ist typisch ostfriesisch. Im stufenlos zugänglichen Ostfriesischen Teemuseum Norden können Besucher mit und ohne Rollstuhl die traditionelle Zeremonie kennenlernen.

Eine kulinarische Spezialität, die in Ostfriesland das ganze Jahr auf den Tisch kommt, ist der fangfrische Fisch. Einheimische und Gäste erhalten ihn auf Wochenmärkten, in Fischgeschäften und direkt vom Kutter am Hafen. Frischer Fisch kommt unter anderem auch im für Rollifahrer über eine Rampe erreichbaren Restaurant „Fischwerk“ in Horumersiel und im stufenlos zugänglichen Restaurant Sandbank in Carolinensiel auf den Tisch. Ein Geheimtipp in Ostfriesland sind die Emder Matjestage vom 30. Mai bis 2. Juni 2019, an denen Traditionsschiffe am Hafen anlegen und verschiedene Heringsgerichte angeboten werden. Diese besondere Seefahrerromantik können auch Gäste im Rollstuhl erleben.

Fisch und Weihnachtsmarkt in Rostock

Ob frisch, gebraten oder geräuchert: Fisch ist auch in Rostock allgegenwärtig. Auf dem barrierefreien Rostocker Fischmarkt in einer alten Werkhalle im Rostocker Fischereihafen erhalten ihn Gäste ganz frisch von Fischern aus der Region. Der Markt gilt als eines der besten Fischfachgeschäfte Deutschlands. In der angeschlossenen Bratküche verarbeiten Köche den Fang.

Einzigartig ist die Küstenmühle in Rostock, ein Integrationsbetrieb mit Restaurant, der Menschen mit und ohne Handicap beschäftigt. Barrierefreiheit ist hier selbstverständlich, angefangen beim Verzicht auf Schwellen bis hin zu einfacher Sprache. Beliebt bei Gästen sind der Mittagstisch und der Sonntagsbrunch in dem historischen Haus.

Ein kulinarischer Höhepunkt im Jahr ist der Rostocker Weihnachtsmarkt in der historischen Innenstadt in der Fußgängerzone Kröpeliner Straße, die durchgehend für Rollstuhlfahrer befahrbar und autofrei ist. Am 27. November laden die Schausteller Menschen mit Handicap zum Tag der Begegnung ein. Karusselle und andere Fahrgeschäfte bieten nach Voranmeldung bei den Organisatoren oder über die Webseite des Weihnachtsmarktes eine kostenfreie Fahrt.

Klöße, Schokolade und Schittchen in Erfurt

Erfurt ist für Original Thüringer Bratwurst und Thüringer Klöße bekannt. Bei kulinarischen Stadtführungen, die barrierefrei gestaltet werden können, lernen Gäste die Geschmacksvielfalt Erfurts kennen. In den Traditionsrestaurants der Altstadt, wie dem rollstuhlgerechten Restaurant Köstritzer „Zum Güldenen Rade“ wird die Thüringer Küche zelebriert. Sogar Papst Benedikt XVI. konnte den hausgemachten Klößen des Güldenen Rades nicht widerstehen.

Auf und hinter der berühmten Krämerbrücke, auf der schon im Mittelalter Händler ihre Waren feilboten, genießen Besucher heute erlesene Schokoladenspezialitäten. Bei „Goldhelm Schokolade“ entstehen in Handarbeit Pralinen, Aufstriche und Trüffel, verziert mit aufwendigen Zeichnungen vom Chocolatier persönlich. Der Werkstattladen hinter der Krämerbrücke kann mit dem Rollstuhl befahren werden.

Am ersten Advent eröffnen die Erfurter mit dem Anschnitt des „Erfurter Schittchens“, einem Stollen aus schwerem Hefeteig mit Butter und Rosinen, ihren Weihnachtsmarkt. Das bunte Markttreiben vor der imposanten Kulisse aus Dom und Severikirche ist auch für Rollstuhlfahrer ein Vergnügen.

Glühwein, Blutwurst und Absinth in Magdeburg

Auf Magdeburgs Weihnachtsmarkt steht nicht der Stollen, sondern der Glühwein im Mittelpunkt. Gäste mit und ohne Rollstuhl können aus über 50 verschiedenen Sorten wählen. Sogar ein Glühweinkönig wird gekürt. Zur lokalen Spezialität auf dem Weihnachtsmarkt gehört der Magdeburger Grünkohl (auch Braunkohl genannt), der in der Börde meist traditionell mit Bregenwurst oder Kassler gekocht wird.

Im barrierefrei zugänglichen Ratskeller können Besucher einen Klassiker probieren: „Himmel und Erde“. Das ist gebratene Blutwurst mit Apfel und Zwiebel auf Kartoffelstampf. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist die Ottostadt für Absinth vom Abtshof. Die Destillerie fertigt die Spirituose in Handarbeit aus Wermut, Anis, Fenchel und Kümmel. Führungen und Besichtigungen sind eingeschränkt barrierefrei.

Weitere Ideen für einen barrierefreien Urlaub für Alle liefern die Mitglieder der AG auf ihrer Website www.barrierefreie-reiseziele.de. ■

Webseiten der Regionen zum Thema barrierefrei Reisen
Südliche Weinstraße: www.suedlicheweinstrasse.de/barrierefrei
Ostfriesland: www.ostfriesland.de/service/barrierefreier-urlaub.html
Rostock: www.rostock.de/mein-urlaub-barrierefrei.html
Erfurt: www.erfurt-tourismus.de/sehens-wissenswertes/top-themen/erfurt-barrierefrei-erleben
Magdeburg: www.magdeburg-tourist.de/Start/Tourismus-Freizeit/Magdeburg-entdecken/Barrierefreiheit

Online-Bildarchiv mit hochauflösenden Fotos zum Thema:
www.press-area.com/leichter-reisen/bildarchiv/thematische-bildarchive/kulinarische-entdeckungsreise.html

Herausgeber:
Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen - Barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“
vertreten durch Erfurt Tourismus und Marketing GmbH
Benediktsplatz 1, 99084 Erfurt
www.barrierefreie-reiseziele.de

Pressekontakt:
Angela Zimmerling
THIEL Public Relations e. K.
Ostra-Allee 35, 01067 Dresden
Telefon: +49 351 31406966
E-Mail: azimmerling(at)thielpr.com

Über Leichter Reisen:
Zehn deutsche Urlaubsregionen und Städte haben sich seit 2008 zur Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland (seit 2018: Leichter Reisen) zusammengeschlossen. Gemeinsam leisten sie Pionierarbeit bei der Entwicklung von Reiseangeboten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, mit Hör-, Seh- und Lernbehinderungen, für Gehörlose und Blinde sowie für Familien und Senioren. Zu den Mitgliedern gehören die Regionen Eifel, Ostfriesland, Sächsische Schweiz, Südliche Weinstraße, das Fränkische, Lausitzer und Ruppiner Seenland, außerdem die Städte Erfurt, Magdeburg und Rostock.

Kooperation mit Deutscher Bahn AG:
Seit 2008 arbeitet die Arbeitsgemeinschaft eng mit der Deutschen Bahn AG (DB) zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation entstanden individuelle Mobilitätspakete bzw. Reiseangebote, welche auf die Wünsche und Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Urlauber abgestimmt sind.
www.bahn.de/reiseziele-barrierefrei

Fördermitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus:
Seit 2010 ist die Arbeitsgemeinschaft Fördermitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Die DZT ist das nationale "Tourist Board" mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Sie entwickelt und kommuniziert Strategien und Produkte, um das positive Image der deutschen Reisedestinationen im Ausland weiter auszubauen und den Tourismus nach Deutschland zu fördern. Dabei bewirbt sie konsequent die vorbildlichen barrierefreien Angebote in Deutschland.
www.germany.travel