Senftenberg, 11. September 2025 (tpr) – Eisen, Stahl, Glas, Ziegel, Briketts, Hüte und vieles mehr: Brandenburg war im 19. und 20. Jahrhundert ein bedeutender Industriestandort mit vielfältigen spezialisierten Produktionsstätten. In den meisten Fabriken wurde im Jahr 1990 die Arbeit eingestellt. Zurückgeblieben ist ein Mosaik faszinierender Zeitzeugen: Fabrikgebäude, Maschinenparks, Werkssiedlungen, Feldbahnen – oft eingebettet in reizvolle Landschaft oder historische Kleinstädte. Der Museumsverband des Landes Brandenburg und das Touristische Netzwerk Industriekultur Brandenburg laden mit drei neuen Broschüren ein, einige dieser Orte auf eigene Faust zu entdecken.
Kulturpäckchen Pritzwalk: Tuch, Bier und Dampf im Grünen
Felder, Wälder und Hügel bis zum Horizont: Die historische Kulturlandschaft Prignitz im Nordwesten Brandenburgs, eingebettet zwischen Elbe und Havel, ist berühmt für ihre Weite. Es ist eine der ältesten Regionen der Mark Brandenburg und mit zahlreichen ruhigen Rad- und Wanderwegen ein beliebtes Naherholungsziel. Aus ihrer reichen Geschichte erzählen nicht nur mittelalterliche Städte, sondern auch spannende Originalschauplätze der Industriekultur.
Die Prignitzer Bauern lieferten mit Schafwolle, Getreide, Kartoffeln und Obst die Rohstoffe für bedeutende Tuchfabriken, Brauereien und Brennereien. Die neue Tour „Kulturpäckchen Pritzwalk“ des Museumsverbandes des Landes Brandenburg entführt in die Blütezeit dieser ländlichen Industriekultur. Highlight ist die Museumsfabrik Pritzwalk. Das denkmalgeschützte Ensemble vereint die historischen Produktionsstätten der ehemaligen Tuchfabrik Gebrüder Draeger und der benachbarten Brauerei Schraube.
Weitere historische Textilfabriken entlang der Route sowie ein Kleinbahnmuseum zeigen die einstige Bedeutung der Industrie für die Kleinstadt. Die Stationen der Tour lassen sich frei zu einem individuellen Tagesausflug kombinieren und sowohl zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Auto erreichen. Eine Broschüre zum Kulturpäckchen Pritzwalk mit ausführlichen Informationen zur Route und zur Industriegeschichte der Region steht unter www.museen-brandenburg.de zum Herunterladen bereit. Als Printversion ist sie auch in der Museumsfabrik Pritzwalk (www.museum-pritzwalk.de) erhältlich.
Kulturpäckchen Rüdersdorf: Kalksteinträume und Filmgeschichte
Kathedrale des Kalks: So wird die markante Schachtofenbatterie mit ihren 18 Schloten im Museumspark Rüdersdorf bei Berlin oft genannt. Die imposante historische Kalkbrennanlage ist das architektonische Prunkstück des Ensembles, das mit original erhaltenen Industrieanlagen die faszinierende Geschichte der „Kalkhauptstadt am Rande Berlins“ erzählt. Direkt daneben erstreckt sich ein riesiger, aktiver Kalksteinbruch, der mit seiner Weite und den schroffen Felsen bereits als Filmkulisse diente.
Seit mehr als 300 Jahren wird in Rüdersdorf Kalk abgebaut und verarbeitet. So entstand eine einmalige Industriekulturlandschaft. Mit der neuen Tour „Kulturpäckchen Rüdersdorf“ macht der Museumsverband des Landes Brandenburg mit dieser Welt aus Lost Places und aktiven Produktionsanlagen, Idylle und Technik bekannt. Die Tour klingt im benachbarten Örtchen Woltersdorf mit Aussichtsturm, Heimatmuseum und Schleusenbrauerei entspannt aus. Die Stationen lassen sich frei kombinieren. Eine Broschüre mit ausführlichen Beschreibungen der Industriekulturorte können Interessierte unter www.museen-brandenburg.de herunterladen. Als Printausgabe ist sie auch im Museumspark Rüdersdorf (www.museumspark.de) erhältlich.
Entdeckertour in Hoyerswerda: Auf den Spuren der Lausitzer Kohle
Sieben, mahlen, trocknen, pressen: Nach diesem Schema wurde in Knappenrode 75 Jahre lang Rohbraunkohle aus den hiesigen Tagebauen in Briketts verwandelt. 67 Millionen Tonnen insgesamt! Es war harte Arbeit in Hitze, Staub und Lärm. Noch heute liegt in den Fabrikhallen der Geruch von Kohlenstaub und Maschinenfett in der Luft. Und drei Mal am Tag, bei der „Akustik-Schicht“, erwachen die historischen Pressen, Trockner, Siebe und Förderbänder durch eine ohrenbetäubende Soundinstallation zum Leben.
Das Museum Energiefabrik Knappenrode bei Hoyerswerda ist einer der imposantesten Industriekulturorte der Lausitz – und das Herzstück einer neuen Entdeckertour für Radfahrer auf den Spuren der Lausitzer Kohleindustrie. Die 30 Kilometer lange Tour macht den atemberaubenden Wandel der Landschaft und Lebenswelt der Lausitz mit einer Mischung aus Geschichte, Technik und Natur zum aktiven Urlaubserlebnis. Zu den Highlights am Weg gehören Schloss und Stadtmuseum Hoyerswerda, ZCOM Zuse Computer Museum Hoyerswerda, Scheibe-See sowie die historische Werkssiedlung Werminghoff. Die Broschüre zur Tour kann neben zahlreichen weiteren Entdeckertouren zu Brandenburgs Industriekultur unter www.industriekultur-brandenburg.de heruntergeladen werden. Als Printausgabe ist sie auch in der Energiefabrik Knappenrode (www.energiefabrik-knappenrode.de) erhältlich.
Weitere Informationen zur Industriekultur Brandenburg unter www.industriekultur-brandenburg.de. ■
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Herausgeber
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Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
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Am Bassin 3
14467 Potsdam
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Über Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg (www.industriekultur-brandenburg.de) setzt sich für den tourismusfachlichen Austausch der bedeutendsten Industriekulturorte im Bundesland ein, organisiert gemeinsame Marketingmaßnahmen und knüpft Kooperationen mit touristischen Partnern, um die Industriegeschichte als Thema und Ausflugsziel bekannter zu machen. Im Netzwerk eingebunden ist die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur, deren Standorte die Entwicklung des Lausitzer Bergbaus und der Energiegewinnung thematisch zusammenfassen und erlebbar machen.
Das Netzwerk wurde im Juli 2017 als Interessengemeinschaft in Potsdam gegründet. Es arbeitet mit dem bzi - Berliner Zentrum Industriekultur und dem Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. zusammen. Gefördert wird die Netzwerkarbeit mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Über Museumsverband des Landes Brandenburg
Der Museumsverband des Landes Brandenburg e. V. ist mit seiner Gründung im Jahr 1912 der älteste Museumsverband Deutschlands und betreut aktuell über 400 Museen. Als Fachverband für die Museen sind seine Aufgaben, die Interessen der Museen gegenüber den Kommunen, Kreisen und der Landesregierung zu artikulieren und den Museumsgedanken in die Öffentlichkeit zu tragen. Gemeinsam mit anderen kulturellen Institutionen und gesellschaftlichen Kräften trägt er zur Bewahrung und Erneuerung der kulturellen Identität der Bürger*innen des Landes und zur Bewahrung ihres historischen Erbes bei. Er arbeitet insbesondere mit staatlichen Stellen verschiedener Ebenen zusammen, um Leitvorstellungen einer gegenwartsbezogenen und zukunftsweisenden Museumspolitik in die staatliche Kulturpolitik einfließen zu lassen.