Bad Sulza, 23. Mai 2025 (tpr) – Naturverbundene und gesundheitsbewusste Akademiker mit hohen Ansprüchen an Qualität und Umweltverträglichkeit: So sehen sie aus, die typischen Gäste in Thüringens Kurorten und Heilbädern. Das gehört zu den Erkenntnissen der Sonderauswertung der Gästebefragung der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) aus den Jahren 2023/2024, die der Thüringer Heilbäderverband (THBV) zusammen mit Tourismusforscherin Alexandra Partale von Benchmark Services durchgeführt hat. Die Auswertung zeigt auch: Klimafreundlichkeit, Barrierefreiheit und digitale Sichtbarkeit werden wichtiger. Hier setzt der Verband mit aktuellen Projekten und Fördervorhaben an.
Gäste sind gebildet, lebenserfahren und anspruchsvoll
Für die Sonderauswertung „Heilbäder und Kurorte“ hat der THBV die Antworten von rund 500 Privatreisenden untersucht, die zwischen dem 1. Mai 2023 und dem 20. Mai 2024 an der schriftlichen Gästeumfrage im Freistaat teilgenommen hatten und angaben, in einem Kurort übernachtet zu haben. Im Schnitt waren die befragten Gäste über 57 Jahre alt. Mehr als ein Drittel der Urlauber reiste aus gesundheitlichen Gründen. Zudem haben auffällig viele Gäste einen akademischen Hintergrund und führen einen gehobenen Lebensstil. Es ist eine Zielgruppe mit ausgeprägtem Qualitätsbewusstsein.
Gästezufriedenheit hoch – Potenziale klar benannt
Die Analyse zeigt zudem: Naturerlebnis ist das zweitwichtigste Reisemotiv direkt nach gesundheitlicher Erholung. In den Kurorten steht bei der Mehrheit der Urlauber vor allem das Wandern im Mittelpunkt. Das geben mit 75 Prozent sogar mehr Befragte an als in Thüringen insgesamt. Thermen, Schwimm- und Erlebnisbäder werden in den Kurorten häufiger genutzt als in Orten ohne Zertifikat. Dabei zeigten sich die Befragten mit den Wasserwelten sehr zufrieden (Note 1,7). Am meisten überzeugte sie die ortstypische Küche in den Kurorten (Note 1,5). Deutlich besser als im landesweiten Vergleich schneiden die Kurorte bei der Bewertung von Wander- und Radwegen ab. E-Bike-Fahrer allerdings sind weniger zufrieden (Note 2,6). Nachholbedarf gibt es ebenso bei den Mobilitätsangeboten (Note 2,6) und der Barrierefreiheit vor Ort (Note 2,7) sowie bei den Shopping-Möglichkeiten (Note 2,2) und beim gastronomischen Angebot für Vegetarier (Note 3,1).
Reiseplanung: digital und persönlich – Vertrauen als Schlüssel
Persönliche Empfehlungen sind im Gesundheitsurlaub entscheidend. Ein Drittel der Befragten nannte Verwandte oder Bekannte als zentrale Inspirationsquelle für ihren Aufenthalt. In der Phase der gezielten Informationssuche ist das Internet der wichtigste Kanal: 56 Prozent der Gäste haben sich vor ihrer Reise auf der Internetseite des Ortes informiert, 45 Prozent über die Website der Region. Gebucht wurde meist direkt beim Gastgeber. Das zeigt, wie wichtig eine Kombination aus persönlichen Empfehlungen und einer guten Auffindbarkeit im Internet ist – am besten mit der Möglichkeit, einfach und direkt zu buchen.
Umwelt- und Klimaverträglichkeit gewinnt an Bedeutung
Umwelt- und Klimaverträglichkeit spielen eine zunehmend wichtige Rolle – besonders unter den gesundheitsorientierten Gästen. 73 Prozent gaben an, bei der Reiseplanung auf diese Faktoren zu achten. „Hier liegt unsere Chance als Kurorte und Heilbäder, uns als verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Destinationen zu positionieren“, sagt Melanie Kornhaas, Geschäftsführerin des Thüringer Heilbäderverbandes. Vier Orte gehen hier bereits voran: Im Rahmen des vom Thüringer Umweltministerium geförderten Projektes „Auf dem Weg zum klimaneutralen Kurort“ ermitteln Bad Klosterlausnitz, Saalfeld, Bad Langensalza und Bad Sulza modellhaft den durch Tourismus und Kurbetrieb verursachten CO2-Ausstoß – als Grundlage für passgenaue Klimaschutzmaßnahmen. Von ihren Erfahrungen sollen künftig alle Kurorte in Thüringen profitieren.
Gäste wollen wiederkommen
Besonders erfreulich für die Thüringer Kurorte: Die Gäste wollen wiederkommen. 94 Prozent der Gesundheitsurlauber gaben an, in den nächsten drei Jahren erneut einen privaten Aufenthalt an ihrem Reiseziel verbringen zu wollen. Mit einem Mittelwert von 1,5 auf einer Skala von 1 („ganz sicher“) bis 6 („sicher nicht“) lag dieser Wert sogar noch über dem Landesmittel von 1,7. Ebenso positiv: Die Wahrscheinlichkeit, dass Gäste den Kurort weiterempfehlen, liegt in den Kurorten bei 1,3 – ebenfalls deutlich besser als das Thüringen-Gesamtergebnis (1,4).
Zentrale Impulse für Zukunft der Heilbäderregion
„Wir sehen in den Zahlen nicht nur die hohe Zufriedenheit der Gäste mit unseren Angeboten, sondern auch, welche Erwartungen diese anspruchsvolle Zielgruppe an einen zeitgemäßen Gesundheitsurlaub hat“, so Kornhaas. Besonders erfreulich sei, dass die Gäste die Thermen sowie die Rad- und Wanderangebote so herausragend bewerten. Das bestätige die konsequente Qualitätsarbeit vor Ort. Zugleich lieferten die Ergebnisse wertvolle Impulse, um Thüringens Kurorte als moderne, klimabewusste und qualitätsorientierte Gesundheitsdestinationen weiter zu stärken. ■
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Über den Thüringer Heilbäderverband e.V.
Der im Jahr 1991 gegründete Thüringer Heilbäderverband e.V. (THBV) ist die landesweite Interessenvertretung der 17 prädikatisierten Heilbäder und Kurorte in Thüringen. Seine Aufgabe ist es, seine Mitglieder gesellschafts-, sozial- und wirtschaftspolitisch zu unterstützen und für Gesundheitstourismus und Kuren in Thüringen zu werben. Die Orte müssen laut Thüringer Kurortgesetz natürliche Heilmittel wie Sole, Heilwasser, Moor oder heilendes Klima aufweisen, anerkannte Heilverfahren wie die Kneipptherapie anwenden und einen „artgemäßen Kurortcharakter“ nachweisen. Zu den Mitgliedern des THBV gehören Bad Berka, Bad Colberg, Bad Frankenhausen, Bad Klosterlausnitz, Bad Langensalza, Bad Liebenstein, Bad Lobenstein, Bad Salzungen, Bad Sulza, Bad Tabarz, Bad Tennstedt, Finsterbergen, Friedrichroda, Heilbad Heiligenstadt, Masserberg, Neustadt/Harz, Saalfeld und Stützerbach.